DAS MAN-FERTIGHAUS IN STUTTGART

stählerner Zeitzeuge einer längst vergangenen Ära
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Die Geschichte hinter dem Fertighaus

In den 50er Jahren ist in der OberwiesenstraĂźe in Stuttgart-Sillenbuch ein besonderes Einfamilienhaus errichtet worden, ein Fertighaus aus Stahl, hergestellt vom Fahrzeug- und Motorenhersteller MAN (Motorenwerke Augsburg-NĂĽrnberg).
Pläne für solche in Serie gefertigten Wohnhäuser wurden bei MAN bereits in den 1920er Jahren entwickelt, nicht aber realisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich das Unternehmen auf Geheiß der Alliierten neu ausrichten, Rüstungsgüter bzw. militärisches Zubehör wie Panzerantriebe und ähnliches durften nicht mehr hergestellt werden. Bei der Suche nach neuen Geschäftsfeldern kamen die Pläne der Fertighausproduktion wieder zum Vorschein. 1948 – drei Jahre nach Ende des Krieges – begann die Produktion.

Umzug in eine neue Zukunft

Das MAN-Fertighaus in Stuttgart-Sillenbuch gehört zu den letzten 40 MAN-Fertighäusern in Deutschland und ist ein eingetragenes Kulturdenkmal. Leider gab es nach 65 Jahren Wohnnutzung keine Perspektive mehr für das Gebäude in der ursprünglichen Funktion. Ein Nachrüsten auf die heutigen Anforderungen an Wärmedämmung und energetische Voraussetzungen hätten notwendigerweise mit massiven Veränderungen einhergehen müssen, die die Identität, das Besondere dieses Gebäudes, vernichtet hätten. Das Beseitigen von Korrosionsschäden wäre bei einem Verbleib des Gebäudes vor Ort kaum zu leisten gewesen. Das Gebäude wird aber nicht abgerissen, sondern erhalten! Erhalten durch eine Translozierung, d.h. die Umsetzung an einen neuen Standort, nämlich in das Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall-Wackershofen.